29 Jahre ohne Atomwaffen: Wie die Ukraine ihren letzten Sprengkopf an Russland übergab

 29 Jahre ohne Atomwaffen: Wie die Ukraine ihren letzten Sprengkopf an Russland übergab

Am 1. Juni 2025 jährt sich der Tag, an dem die Ukraine ihren letzten Atomsprengkopf an Russland übergab, zum 29. Mal. Damit wurde die Ukraine nach Südafrika das zweite Land der Welt, das freiwillig auf Atomwaffen verzichtete.

Drittmächtigstes Nukleararsenal der Welt

Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 besaß die Ukraine:

  • 176 Interkontinentalraketen (130 SS-19, 46 SS-24),
  • 30–43 strategische Bomber (Tu-95MS und Tu-160),
  • Über 2.000 strategische Atomsprengköpfe,
  • Bis zu 4.200 taktische Atomwaffen.

Bereits 1990 verkündete die Ukraine in ihrer Unabhängigkeitserklärung eine atomwaffenfreie Politik. Präsident Leonid Krawtschuk und SBU-Chef Jewhen Martschuk verfolgten diese Linie.

Politischer Streit und internationaler Druck

Viele waren dagegen. Politiker wie Wjatscheslaw Tschornowil und Lewko Lukjanenko forderten, einen Teil des Arsenals zu behalten.

  • Die USA forderten vollständige Abrüstung.
  • Russland wollte die Waffen übernehmen.

Bis Mitte 1992 waren alle taktischen Waffen an Russland übergeben. Die strategischen blieben bis Juni 1996.

1993 warnte Eduard Schewardnadse (Präsident Georgiens): „Behalte zumindest einen Sprengkopf – zur Abschreckung eines Verrückten.“ Diese Worte klingen heute prophetisch.

Abkommen und das Budapester Memorandum

  • Im Mai 1992 versprach Krawtschuk den USA schriftlich die komplette Abrüstung.
  • 1993 folgten technische Details durch die Massandra-Abkommen.
  • November 1994: Beitritt zum Atomwaffensperrvertrag.
  • Dezember 1994: Unterzeichnung des Budapester Memorandums.

Diese Sicherheitsgarantien hielten nicht: 2014 annektierte Russland die Krim, 2022 begann ein umfassender Krieg.

Das Ende einer nuklearen Ära

Am 2. Juni 1996 verließ der letzte Sprengkopf die Ukraine – das nukleare Kapitel war beendet.

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