Empörung in Italien über Chinas zurückhaltende Reaktion auf den Tod von Papst Franziskus
Der Tod von Papst Franziskus wurde weltweit als bedeutendes Ereignis wahrgenommen und bewegte Gläubige und Staatsoberhäupter gleichermaßen. Doch die zurückhaltende Reaktion der chinesischen Medien sorgte in Italien für Empörung.
Wie die angesehene Zeitung Corriere della Sera berichtet, wurde das Ableben des Papstes in chinesischen Medien kaum thematisiert. Während internationale Medien emotionale Schwarz-Weiß-Fotos und große Schlagzeilen veröffentlichten, begnügte sich die Nachrichtenagentur Xinhua mit einer kurzen Meldung unter dem Titel „Papst Franziskus ist gestorben“, ohne weiterführende Details.
Auch andere große Medien wie People’s Daily und Global Times berichteten nur knapp. Letztere veröffentlichte einen kurzen Artikel erst am Nachmittag und platzierte ihn unauffällig auf ihrer Webseite.
Diese Zurückhaltung irritierte viele Italiener, zumal Papst Franziskus stets offen für einen Dialog mit China war. 2018 schlossen der Vatikan und Peking ein Abkommen zur Ernennung von Bischöfen, das seither dreimal erneuert wurde. Franziskus äußerte mehrfach den Wunsch, Peking zu besuchen, und sprach positiv über das chinesische Volk.
Corriere della Sera weist außerdem darauf hin, dass der Papst auf Chinesisch „Jiao Huang“ heißt – „Kaiser der Kirche“. In Chinas politischem System gibt es jedoch nur eine dominierende Figur: Präsident Xi Jinping, dem täglich die Titelseiten der Staatsmedien gewidmet sind.








