Länder, die die Ukraine am meisten und am wenigsten unterstützen

 Länder, die die Ukraine am meisten und am wenigsten unterstützen

Trotz der Aussagen von Donald Trump, dass die Vereinigten Staaten der Ukraine deutlich mehr Hilfe geleistet haben als Europa, zeigt die Statistik das Gegenteil. Die kombinierten Beiträge europäischer Länder und Institutionen übersteigen die amerikanische Hilfe.

Laut dem Bericht Ukraine Support Tracker des Kieler Instituts für Weltwirtschaft hat die internationale Gemeinschaft der Ukraine etwa 267 Milliarden Euro (ca. 280 Milliarden Dollar) zur Verfügung gestellt, was im Durchschnitt 80 Milliarden Euro pro Jahr entspricht.

Hauptspender der Hilfe für die Ukraine: Die USA bleiben der wichtigste Partner der Ukraine, aber europäische Länder zusammen mit der Europäischen Union haben insgesamt 132 Milliarden Euro Hilfe bereitgestellt, während die Vereinigten Staaten 114 Milliarden Euro beigetragen haben. Wenn man die noch ausstehenden Verpflichtungen berücksichtigt, wächst der Unterschied noch weiter.

Es sollte jedoch beachtet werden, dass fast 90 % der finanziellen Hilfe, die von den EU-Institutionen bereitgestellt wird, in Form von Krediten (zu sehr günstigen Konditionen) erfolgt, während etwa 60 % der finanziellen Hilfe der USA in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen gewährt wird.

Wie hat sich das Hilfsniveau verändert? Die Unterstützung aus Europa blieb seit 2022 stabil, während die amerikanische Hilfe instabil war. In den Jahren 2023 und 2024 wurde sie aufgrund politischer Auseinandersetzungen im US-Kongress reduziert, aber später erhöht, nachdem neue Finanzpakete gegen Ende von Joe Bidens Amtszeit verabschiedet wurden.

Die größten Spender unter den europäischen Ländern: Deutschland leistet unter den europäischen Ländern die größte Unterstützung für die Ukraine – etwa 17 Milliarden Euro, einschließlich finanzieller, humanitärer und militärischer Hilfe. Großbritannien belegt mit 15 Milliarden Euro den zweiten Platz, gefolgt von Dänemark.

Trotz erheblicher Unterstützung könnten wirtschaftlich entwickelte europäische Länder mehr tun. Insbesondere die USA, Großbritannien und Deutschland geben jährlich nur 0,2 % ihres BIP für Hilfe an die Ukraine aus. Zum Vergleich: 1990 hatte Deutschland einen größeren Teil seines BIP für die Unterstützung Kuwaits bereitgestellt als derzeit für den Krieg in Europa. Ebenso gaben die USA während der Kriege in Korea, Vietnam und im Irak deutlich mehr aus.

Länder mit dem höchsten Hilfebetrag im Verhältnis zum BIP: Im Verhältnis zur Größe ihrer Wirtschaft leisten die baltischen Staaten und Nordeuropa die höchste Unterstützung für die Ukraine. Estland und Dänemark haben mehr als 2 % ihres vorkriegerischen BIP in bilaterale Hilfe investiert. Insgesamt zeigt sich der Trend, dass je näher ein Land an Russland liegt, desto höher der Anteil seiner Unterstützung für die Ukraine im BIP ist. Zum Beispiel haben Lettland und Litauen, deren Hauptstädte weniger als 1000 km von Moskau entfernt sind, mehr als 2 % ihres BIP für die Unterstützung der Ukraine bereitgestellt.

Überraschend ist, dass Japan mehr finanzielle Unterstützung für die Ukraine bereitstellt als europäische Länder wie Frankreich, Italien und Spanien – sowohl in absoluten Zahlen als auch in Bezug auf das BIP. Dies obwohl Japan mehr als doppelt so weit von Moskau entfernt ist.

Fazit: Europäische Länder unterstützen die Ukraine weiterhin und übertreffen die USA in der Gesamtmenge der Hilfe. Das Hilfsniveau bleibt jedoch ungleichmäßig: Die baltischen Staaten und Nordeuropa zeigen die größte Verpflichtung, während große europäische Volkswirtschaften wie Frankreich und Italien mehr tun könnten. Politische Entscheidungen und interne Diskussionen in verschiedenen Ländern beeinflussen weiterhin die zukünftige Höhe der Hilfe für die Ukraine.

Redactor